Outsourcing in der CAD Konstruktion – Chancen und Vorteile für Unternehmen

Outsourcing in der CAD Konstruktion

US Office Construction Continues Falling.jpgDie Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Während früher der Aufbau eigener Entwicklungsabteilungen und großer Büroflächen als selbstverständlich galt, setzen heute immer mehr Unternehmen auf flexible Strukturen. Dieser Trend ist nicht nur in der Softwareentwicklung zu beobachten, sondern zunehmend auch im Maschinenbau und in der CAD-Konstruktion.

Ein interessanter Indikator hierfür ist die Entwicklung des Büromarktes in den USA. Inflationsbereinigt liegt der Neubau von Bürogebäuden deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Seit 2020 ist die Bautätigkeit im Bereich Büroimmobilien um rund 60 % zurückgegangen. Gleichzeitig wächst der Anteil von Remote-Mitarbeitern und externen Spezialisten, die projektbezogen eingebunden werden.

Diese Entwicklung ist kein Zufall. Viele Unternehmen haben erkannt, dass bestimmte Aufgaben nicht zwingend durch eigenes Personal im Büro erledigt werden müssen. Stattdessen werden externe Spezialisten projektbezogen eingebunden. Was in der Softwareentwicklung bereits seit Jahren üblich ist, setzt sich zunehmend auch im Maschinenbau durch.

Warum Unternehmen CAD-Konstruktion auslagern

Die Entwicklung moderner Maschinen und Anlagen erfordert hochqualifizierte Konstrukteure. Gleichzeitig schwankt der Personalbedarf oft erheblich.

Typische Situationen sind:

  • kurzfristige Auftragsspitzen
  • Entwicklungsprojekte mit begrenzter Laufzeit
  • fehlende Spezialkenntnisse in bestimmten CAD-Systemen
  • Krankheits- oder Ferienvertretungen
  • Verzögerungen durch offene Stellen

Der Aufbau zusätzlicher interner Kapazitäten ist häufig teuer und zeitaufwendig. Externe Konstrukteure können dagegen kurzfristig eingesetzt werden und stehen nur dann zur Verfügung, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

Hohe Fixkosten interner Entwicklungsabteilungen

Ein fest angestellter Konstrukteur verursacht deutlich mehr Kosten als sein Gehalt allein.

Dazu gehören unter anderem:

  • Büroarbeitsplatz
  • CAD-Lizenzen
  • IT-Infrastruktur
  • Hardware
  • Weiterbildung
  • Sozialversicherungen
  • Personaladministration

Zusätzlich entstehen Kosten für unproduktive Zeiten zwischen Projekten.

Besonders bei kleineren und mittleren Unternehmen kann die Auslastung der Entwicklungsabteilung stark schwanken. Während zeitweise mehrere Konstrukteure benötigt werden, entstehen in anderen Phasen Leerlaufzeiten. Die dadurch verursachten Fixkosten bleiben jedoch bestehen.

CAD-Konstruktion mit strukturierten Systemen

Mit zunehmender Produktkomplexität führen viele Unternehmen strukturierte CAD- und PLM-Systeme ein. Ziel ist es, Baugruppen, Varianten, Revisionen und Abhängigkeiten kontrolliert zu verwalten.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Änderungen können nachvollziehbar dokumentiert werden und die Produktstruktur bleibt auch über viele Jahre stabil.

Allerdings ist die Einführung und Pflege solcher Systeme mit erheblichem Aufwand verbunden. Baugruppenstrukturen, Variantenlogik, Schnittstellen, Revisionsmanagement und Freigabeprozesse müssen definiert, dokumentiert und dauerhaft gepflegt werden.

Für große Unternehmen mit komplexen Produkten ist dieser Aufwand oft alternativlos. Für kleinere Unternehmen kann eine vollständige PLM-Struktur jedoch wirtschaftlich nicht immer sinnvoll sein.

Die Pflege von Produktstrukturen verursacht nicht nur Softwarekosten, sondern bindet auch wertvolle Engineering-Ressourcen. Je komplexer die Struktur wird, desto größer wird der Aufwand für Administration, Dokumentation und Änderungsmanagement.

Warum Outsourcing gerade bei strukturierten Systemen Vorteile bietet

Interessanterweise profitieren gerade Unternehmen mit strukturierten CAD-Systemen besonders stark vom Outsourcing.

Wenn Produktstruktur, Schnittstellen und Varianten sauber definiert sind, können externe Konstrukteure gezielt eingebunden werden, ohne die Gesamtstruktur zu verändern.

Das interne Engineering konzentriert sich dabei auf:

  • Produktarchitektur
  • Schnittstellen
  • Variantenmanagement
  • Freigaben
  • technische Entscheidungen

Externe Konstrukteure übernehmen hingegen:

  • 3D-Modellierung
  • Zeichnungserstellung
  • Detailkonstruktion
  • Anpassung bestehender Komponenten
  • Dokumentation

Dadurch können zusätzliche Kapazitäten flexibel bereitgestellt werden, ohne neue Arbeitsplätze, zusätzliche Infrastruktur oder langfristige Personalverpflichtungen aufzubauen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass externe Konstrukteure projektbezogen eingesetzt werden können. Unternehmen bezahlen somit nur für tatsächlich benötigte Leistungen und vermeiden hohe Fixkosten bei schwankender Auslastung.

Saubere Variantenstrukturen reduzieren Risiken

Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Variantenlogik.

Werden Varianten sauber auf Komponentenebene definiert und ihre Schnittstellen konsequent eingehalten, lassen sich neue Maschinenkonfigurationen mit vergleichsweise geringem Aufwand erstellen.

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht in der Geometrie einzelner Bauteile, sondern in der Stabilität der Gesamtstruktur.

Sauber definierte und validierte Varianten ermöglichen:

  • schnelle Kundenanpassungen
  • geringere Entwicklungszeiten
  • weniger Fehler in Baugruppen
  • einfachere Wartung
  • bessere Skalierbarkeit zukünftiger Produkte

Eine stabile Struktur reduziert somit nicht nur technische Risiken, sondern verbessert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Entwicklung.

Wenn Varianten auf Komponentenebene korrekt definiert und geprüft sind, kann eine neue Kundenmaschine häufig durch die Kombination bereits vorhandener Lösungen erstellt werden. Der Entwicklungsaufwand sinkt, während die technische Sicherheit steigt.

Outsourcing als strategischer Wettbewerbsvorteil

Die zunehmende Verlagerung von Tätigkeiten in flexible Arbeitsmodelle zeigt, dass Unternehmen ihre Ressourcen heute gezielter einsetzen als noch vor einigen Jahren.

Während interne Teams sich auf Produktstrategie, Innovation und Kernkompetenzen konzentrieren, können externe Konstrukteure standardisierte oder klar definierte Aufgaben übernehmen.

Dadurch entsteht eine flexible Entwicklungsorganisation, die sowohl auf Auftragsspitzen als auch auf neue Marktanforderungen schneller reagieren kann.

Insbesondere in Zeiten von Fachkräftemangel wird die Möglichkeit, qualifizierte CAD-Konstrukteure projektbezogen einzusetzen, für viele Unternehmen zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.

Fazit

Die zunehmende Verlagerung von Tätigkeiten in flexible Arbeitsmodelle ist keine kurzfristige Erscheinung, sondern ein langfristiger Trend. Dies zeigt sich sowohl in der Softwareentwicklung als auch zunehmend im Maschinenbau.

Für viele Unternehmen bietet das Outsourcing von CAD-Konstruktionsleistungen die Möglichkeit, Kapazitäten flexibel zu erweitern, Kosten zu optimieren und gleichzeitig auf spezialisiertes Fachwissen zuzugreifen.

Besonders in Kombination mit klar definierten Produktstrukturen, Varianten und Schnittstellen kann Outsourcing dazu beitragen, Entwicklungsressourcen effizient einzusetzen und gleichzeitig die Kontrolle über das eigene Produkt zu behalten.

Der größte Vorteil liegt dabei nicht allein in niedrigeren Kosten, sondern in der Möglichkeit, Engineering-Kapazitäten genau dann bereitzustellen, wenn sie benötigt werden – ohne langfristige Personal- und Infrastrukturkosten aufbauen zu müssen.

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