Technische Berechnungen für Maschinen, Anlagen und Energiesysteme

Technische Berechnungen

Technische Berechnungen sind ein zentraler Bestandteil moderner Ingenieurleistungen. Sie liefern die quantitative Grundlage, um Maschinen, Bauteile, Anlagen, Roboterzellen, Rohrnetze, thermische Prozesse und Gebäudeenergiesysteme sicher, effizient und wirtschaftlich auszulegen. Durch mathematische Modelle, physikalische Analysen und numerische Simulationen lassen sich technische Zusammenhänge bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase zuverlässig bewerten.

Fundierte Berechnungsergebnisse unterstützen die Auswahl geeigneter Konstruktionsvarianten, Komponenten, Werkstoffe und Betriebsparameter. Sie helfen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, Entwicklungsrisiken zu reduzieren und technische Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren.

Bedeutung technischer Berechnungen im Engineering

Unter technischen Berechnungen versteht man die Anwendung mathematischer, physikalischer und numerischer Verfahren zur Analyse und Auslegung technischer Systeme. Abhängig von der Aufgabenstellung werden analytische Berechnungen, Kennlinien, Bilanzmodelle, Finite-Elemente-Analysen, Strömungs- und Rohrnetzberechnungen, thermodynamische Simulationen oder dynamische Systemmodelle eingesetzt.

Ziel ist es, relevante Grössen bereits vor Fertigung, Montage oder Inbetriebnahme zu bestimmen und das Verhalten eines Systems unter realistischen Betriebsbedingungen zu beurteilen. Technische Berechnungen verbinden Konstruktion, Anlagenplanung, Automatisierung und Energieplanung zu einem belastbaren Engineering-Prozess.

Typische Zielgrössen

  • Tragfähigkeit, Festigkeit und Sicherheitsreserven von Bauteilen
  • Spannungen, Verformungen, Stabilität und Knickverhalten
  • Schwingungen, Eigenfrequenzen und dynamische Belastungen
  • Arbeitsräume, Reichweiten und Kollisionsfreiheit von Robotern
  • Druckverluste, Volumenströme und hydraulischer Abgleich
  • Temperaturen, Wärmeflüsse und Wärmeübertragung
  • Wirkungsgrade, Energiebedarf und Systemverluste
  • Heizlast, Kühllast und thermischer Komfort von Gebäuden
  • Betriebsverhalten und Regelbarkeit dynamischer Energiesysteme
  • Lebensdauer, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit

Die Ergebnisse bilden eine objektive Grundlage für Konstruktion, Dimensionierung, Variantenvergleich, Optimierung und technische Freigabe.

Anwendungsbereiche technischer Berechnungen

Ingenieurtechnische Berechnungen werden in nahezu allen technischen Disziplinen benötigt. Die Aufgaben reichen von der Festigkeitsprüfung eines einzelnen Maschinenteils bis zur dynamischen Simulation eines vollständigen Energie- oder Gebäudesystems.

Maschinenbau und Sondermaschinenbau

Im Maschinenbau dienen Berechnungen der Auslegung von Bauteilen, Baugruppen, Gestellen, Antrieben, Führungen und Verbindungselementen. Belastungen aus Gewicht, Antriebskräften, Beschleunigungen, Prozesskräften oder Stössen werden ermittelt und mit den zulässigen Werkstoffkennwerten verglichen.

Für komplexe Geometrien kann eine FEM-Festigkeitsberechnung mit CalculiX eingesetzt werden. Damit lassen sich Spannungen, Verformungen und kritische Belastungsbereiche an 3D-Bauteilen untersuchen. Die Ergebnisse unterstützen die Bewertung von Sicherheitsreserven und die Optimierung von Materialeinsatz und Geometrie.

Anlagenbau und Prozesstechnik

Im Anlagenbau müssen mechanische, hydraulische und thermische Teilsysteme aufeinander abgestimmt werden. Typische Aufgaben sind die Dimensionierung von Rohrleitungen, Pumpen, Wärmetauschern, Behältern, Förderaggregaten und Prozesskomponenten sowie die Bewertung von Druckverlusten, Temperaturen und Energieflüssen.

Technische Berechnungen helfen, Betriebszustände zu vergleichen, Engpässe zu erkennen und Komponenten entsprechend dem tatsächlichen Bedarf auszulegen. Dadurch können Überdimensionierung, unnötiger Energieverbrauch und instabiles Betriebsverhalten vermieden werden.

Robotik und Automatisierung

Bei Roboteranwendungen müssen Reichweite, Bewegungsraum, Zugänglichkeit, Kollisionsfreiheit und Taktzeit bereits während der Anlagenplanung berücksichtigt werden. Eine ungeeignete Roboterposition oder ein nicht erreichbarer Arbeitspunkt kann nachträglich hohe Umbaukosten verursachen.

Mit dem Robot Reach Calculator zur Reichweitenberechnung kann geprüft werden, ob vorgesehene Arbeitspositionen innerhalb des Roboterarbeitsraums liegen. Für die detaillierte Bewegungsplanung unterstützt MoveIt bei Bahnplanung und Kollisionsprüfung die Untersuchung von Roboterbewegungen, Gelenkstellungen und möglichen Hindernissen.

Eine weiterführende Robotersimulation mit Gazebo ermöglicht die virtuelle Erprobung von Robotern, Sensoren, Bewegungsabläufen und Automatisierungskonzepten in einer dreidimensionalen Simulationsumgebung. Auf diese Weise können Funktionsabläufe bewertet werden, bevor reale Hardware vollständig aufgebaut ist.

Heizungs-, Hydraulik- und Rohrnetztechnik

Bei Heizungs- und Hydraulikanlagen bestimmen Rohrdurchmesser, Leitungslängen, Armaturen, Pumpen, Verbraucher und Temperaturspreizungen das Betriebsverhalten. Fehler in der hydraulischen Auslegung können zu ungleichmässiger Wärmeverteilung, zu hohen Pumpenleistungen, Strömungsgeräuschen oder unzureichender Versorgung einzelner Verbraucher führen.

Mit dem Schema-Editor für Heizungs- und Hydraulikanlagen können technische Netze strukturiert aufgebaut und als Grundlage für weitere Berechnungen vorbereitet werden. Komponenten wie Wärmeerzeuger, Pumpen, Ventile, Wärmetauscher, Heizflächen und Rohrleitungen lassen sich zu einem vollständigen Anlagenschema verbinden.

Für die eigentliche Berechnung hydraulischer Heizungsrohrnetze werden Volumenströme, Druckverluste, Strömungsgeschwindigkeiten und Betriebszustände des Netzes untersucht. Die Ergebnisse unterstützen die Dimensionierung von Rohrleitungen und Pumpen sowie den hydraulischen Abgleich.

Thermodynamik und thermische Prozesse

Thermische Berechnungen werden benötigt, wenn Wärme erzeugt, übertragen, gespeichert oder in technische Prozesse eingebunden wird. Dazu gehören Heiz- und Kühlanlagen, Wärmepumpen, Wärmetauscher, Speicher, Dampf- und Kältekreisläufe sowie industrielle Energieanlagen.

Die Berechnung thermischer Prozesse mit TESPy unterstützt die Modellierung von Komponenten und Energieflüssen. Massenströme, Drücke, Temperaturen, Enthalpien, Leistungen und Wirkungsgrade können bilanziert und unterschiedliche Anlagenkonfigurationen miteinander verglichen werden.

Damit lassen sich thermodynamische Systeme nicht nur auf einen einzelnen Auslegungspunkt prüfen. Auch Teillastzustände, Komponentenwechsel und energetische Optimierungsmassnahmen können in die Bewertung einbezogen werden.

Gebäudeenergie und Gebäudetechnik

Bei Gebäuden hängen Heiz- und Kühllasten sowie der jährliche Energiebedarf von Geometrie, Bauteilaufbau, Nutzung, Lüftung, Verschattung, inneren Lasten und klimatischen Randbedingungen ab. Statische Einzelwerte reichen für komplexe Fragestellungen häufig nicht aus.

Die dynamische Gebäudemodellierung für Heizlast und Energiebedarf bildet zeitabhängige Einflüsse ab und ermöglicht die Bewertung von Raumtemperaturen, Lastverläufen, Energieverbrauch und thermischem Komfort.

Für modellbasierte Planungsprozesse kann ein BIM-Gebäudemodell für die Gebäudeenergieplanung verwendet werden. Gebäudegeometrie, Räume, Bauteile und energetische Parameter werden strukturiert übernommen und für weitere Berechnungen und Simulationen vorbereitet.

Dynamische Energiesysteme

Komplexe Energiesysteme reagieren zeitabhängig auf wechselnde Lasten, Temperaturen, Regelvorgaben und Betriebszustände. Dazu gehören beispielsweise Wärmeerzeuger, Speicher, Pumpen, Wärmetauscher, Verteilnetze und Verbraucher, die als Gesamtsystem betrachtet werden müssen.

Mit der dynamischen Simulation von Energiesystemen lassen sich physikalische Zusammenhänge, Regelstrategien und zeitabhängige Betriebszustände untersuchen. Dadurch können Systemreaktionen, Lastwechsel, Speichernutzung und das Zusammenspiel einzelner Komponenten bereits vor der Umsetzung bewertet werden.

Leistungsumfang technischer Berechnungen

Roltec unterstützt technische Entwicklungs- und Planungsaufgaben mit Berechnungen für unterschiedliche Fachgebiete. Der konkrete Umfang wird an die jeweilige Aufgabenstellung, die verfügbaren Eingangsdaten und die erforderliche Nachweistiefe angepasst.

Mechanische und strukturelle Berechnungen

  • Belastungs- und Kraftanalysen
  • Festigkeitsberechnungen von Bauteilen und Baugruppen
  • Spannungs- und Verformungsanalysen
  • Knick- und Stabilitätsnachweise
  • Auslegung von Maschinengestellen und Tragstrukturen
  • Bewertung von Schraub-, Schweiss- und anderen Verbindungen
  • Lineare statische Berechnungen
  • Vergleich unterschiedlicher Konstruktionsvarianten

Dynamische und lebensdauerbezogene Analysen

  • Ermüdungs- und Lebensdauerbetrachtungen
  • Frequenz- und Schwingungsanalysen
  • Bewertung wechselnder und zyklischer Belastungen
  • Stoss-, Fall- und Beschleunigungsbetrachtungen
  • Analyse dynamischer Maschinen- und Anlagenzustände

Hydraulische und strömungstechnische Berechnungen

  • Rohrnetzberechnungen
  • Druckverlustberechnungen
  • Bestimmung von Volumen- und Massenströmen
  • Dimensionierung von Rohrleitungen und Pumpen
  • Bewertung von Ventilen, Armaturen und Wärmetauschern
  • Hydraulischer Abgleich von Heizungsnetzen
  • Untersuchung unterschiedlicher Betriebszustände

Thermische und energetische Berechnungen

  • Wärmebedarfs- und Leistungsberechnungen
  • Wärmeübertragung und Temperaturverteilung
  • Auslegung von Wärmetauschern und Speichern
  • Bilanzierung thermischer Prozesse
  • Wirkungsgrad- und Verlustberechnungen
  • Heizlast- und Kühllastberechnungen
  • Gebäudeenergie- und Jahresbedarfsanalysen
  • Vergleich von Wärmeerzeugern und Anlagenkonzepten

Robotik- und Bewegungsberechnungen

  • Reichweiten- und Arbeitsraumanalysen
  • Prüfung von Roboterpositionen und Arbeitspunkten
  • Bahn- und Bewegungsplanung
  • Kollisionsprüfung
  • Bewertung von Gelenkstellungen und Bewegungsgrenzen
  • Simulation automatisierter Abläufe
  • Unterstützung bei Layout- und Zellenplanung

FEM-Berechnungen und numerische Simulation

Für komplexe Bauteile und Konstruktionen werden häufig numerische Verfahren auf Basis der Finite-Elemente-Methode eingesetzt. Das reale Bauteil wird dabei in ein Berechnungsmodell überführt und in viele kleine Elemente unterteilt. Auf dieser Grundlage können Belastungen, Spannungen und Verformungen für definierte Randbedingungen berechnet werden.

Eine FEM-Analyse ist besonders sinnvoll, wenn Geometrie, Lastverteilung oder Lagerung mit vereinfachten analytischen Formeln nicht ausreichend genau beschrieben werden können. Sie unterstützt die Erkennung hoch belasteter Bereiche, die Bewertung von Sicherheitsreserven und die gezielte Optimierung der Konstruktion.

Für erste Untersuchungen und Machbarkeitsbewertungen steht das Online-Werkzeug FEM CalculiX für STEP-Bauteile zur Verfügung. Die Simulationsergebnisse ersetzen bei sicherheitskritischen Anwendungen keine fachliche Prüfung, liefern jedoch eine wertvolle Grundlage für Variantenvergleich und konstruktive Weiterentwicklung.

Systemsimulation statt isolierter Einzelberechnung

Viele technische Probleme lassen sich nicht zuverlässig lösen, wenn nur einzelne Komponenten betrachtet werden. Eine korrekt dimensionierte Pumpe kann in einem ungeeigneten Rohrnetz dennoch ineffizient arbeiten. Ein Roboter mit ausreichender nomineller Reichweite kann durch Hindernisse oder ungünstige Gelenkstellungen eingeschränkt sein. Ein leistungsfähiger Wärmeerzeuger kann bei ungeeigneter Hydraulik oder Regelung hohe Verluste verursachen.

Deshalb verbinden wir bei Bedarf Einzelberechnungen mit einer Systembetrachtung. Mechanische, hydraulische, thermische und dynamische Zusammenhänge werden so weit berücksichtigt, wie es für die konkrete technische Entscheidung erforderlich ist.

Engineering-Kompetenz und Vorgehensweise

Technische Berechnungen sind nur dann belastbar, wenn Aufgabenstellung, Eingangsdaten, Annahmen und Randbedingungen klar definiert sind. Roltec arbeitet deshalb mit einem strukturierten und praxisorientierten Vorgehen.

1. Aufgabenstellung und Zieldefinition

Zunächst wird festgelegt, welche technische Frage beantwortet werden soll. Möglich sind beispielsweise ein Festigkeitsnachweis, die Auswahl einer Pumpe, die Bewertung eines Robotiklayouts, die Berechnung einer Heizlast oder der Vergleich verschiedener Energiesysteme.

2. Erfassung der Eingangsdaten

Geometrien, Materialien, Lasten, Temperaturen, Drücke, Volumenströme, Nutzungsprofile und Betriebsbedingungen werden erfasst und auf Plausibilität geprüft. Fehlende Werte werden nicht unbemerkt ersetzt, sondern als Annahmen dokumentiert oder gemeinsam mit dem Auftraggeber geklärt.

3. Wahl der Berechnungsmethode

Abhängig von Aufgabenstellung und erforderlicher Genauigkeit werden analytische Formeln, Tabellenverfahren, Kennlinien, Bilanzmodelle oder numerische Simulationen eingesetzt. Der Berechnungsaufwand soll zur technischen Relevanz der Entscheidung passen.

4. Modellbildung und Berechnung

Das technische System wird mit geeigneten Randbedingungen modelliert. Dabei werden relevante Lastfälle und Betriebszustände berücksichtigt. Bei Bedarf werden mehrere Varianten oder Szenarien berechnet.

5. Plausibilisierung und Bewertung

Berechnungsergebnisse werden nicht nur ausgegeben, sondern technisch interpretiert. Grössenordnungen, Randfälle und Abhängigkeiten werden geprüft. Wo möglich, erfolgt ein Vergleich mit Erfahrungswerten, Herstellerdaten oder unabhängigen Kontrollrechnungen.

6. Dokumentation und Empfehlung

Die Ergebnisse werden nachvollziehbar zusammengefasst. Neben Zahlenwerten und Diagrammen gehören dazu die verwendeten Annahmen, erkennbare Risiken, Grenzen des Modells und konkrete Empfehlungen für Konstruktion oder Anlagenplanung.

Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber

Technische Berechnungen entstehen in enger Abstimmung mit Konstrukteuren, Anlagenplanern, Betreibern, Architekten, Energieberatern und weiteren Projektbeteiligten. So können reale Betriebsbedingungen, vorhandene Anlagenkenntnisse und projektspezifische Anforderungen berücksichtigt werden.

Die Zusammenarbeit kann sowohl einzelne Berechnungsaufgaben als auch die kontinuierliche Unterstützung während Konzeptentwicklung, Konstruktion, Variantenvergleich, Beschaffung und Inbetriebnahme umfassen.

Ihr Nutzen durch fundierte technische Berechnungen

  • höhere Sicherheit und Zuverlässigkeit von Produkten und Anlagen
  • frühzeitige Erkennung technischer Schwachstellen
  • geringere Entwicklungs-, Prototyp- und Änderungskosten
  • fundierte Entscheidungsgrundlagen für Varianten und Investitionen
  • optimierter Material- und Energieeinsatz
  • bessere Abstimmung von Komponenten und Gesamtsystem
  • reduzierte Risiken bei Fertigung, Montage und Inbetriebnahme
  • nachvollziehbare technische Dokumentation
  • verbesserte Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit
  • kürzere Entwicklungs- und Planungszeiten

Mit technischen Berechnungen von Roltec erhalten Sie eine belastbare Grundlage für die Entwicklung, Auslegung und Optimierung von Maschinen, Anlagen, Robotersystemen, Heizungsnetzen, thermischen Prozessen und Gebäuden. So lassen sich technische Anforderungen frühzeitig prüfen und wirtschaftlich tragfähige Lösungen gezielt entwickeln.

Benötigen Sie fachliche Beratung?

Kontaktieren Sie uns unter +41 52 533 63 53
oder hinterlassen Sie eine Anfrage, damit wir Sie kontaktieren können.

Anfrage
Datei auswählenIhre Dateien anhängen